Péter Eötvös
Juror Musik
Péter Eötvös
© Péter Eötvös
Péter Eötvös
Juror Musik

Prof. Peter Eötvös ist sei 1997 Juror Komposition im Herrenhaus Edenkoben.

Seit 2012 schlägt er alternierend mit Prof. Wolfgang Rihm Stipendiaten vor.


Eötvös wurde im ungarischsprachigen Szeklerland geboren, das seit dem Vertrag von Trianon 1920 zu Rumänien gehörte, nach dem Zweiten Wiener Schiedsspruch aber in den Jahren 1941 bis 1944 von Ungarn besetzt war. Sein Vater war damals dort als Soldat stationiert, seine Mutter war Pianistin und Musikpädagogin. Die Familie floh vor der vordringenden Front nach Dresden, kehrte aber bald nach Ungarn zurück. 
Er wurde im Alter von 14 Jahren von Zoltán Kodály an der Musikakademie Budapest aufgenommen, wo er von 1958 bis 1965 studierte. 1966 erhielt er ein Stipendium für ein Dirigierstudium an der Kölner Musikhochschule. Von 1968 bis 1976 schloss sich eine Zusammenarbeit mit dem Ensemble von Karlheinz Stockhausen an. Von 1971 bis 1979 war er Mitarbeiter am Studio für Elektronische Musik des WDR in Köln. Von 1979 bis 1991 war er auf Ruf von Pierre Boulez musikalischer Leiter des Ensemble intercontemporain. 1991 gründete er das Internationale Eötvös Institut für junge Dirigenten und Komponisten in Budapest. Zwischen 1992 und 1998 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Karlsruher Musikhochschule wahr, die er 2002 wieder aufnahm. Von 1998 bis 2001 war er Professor an der Kölner Musikhochschule. Zudem leitet er regelmäßig Meisterkurse und Seminare auf der ganzen Welt.
Als Dirigent wird Péter Eötvös von folgenden Orchestern regelmäßig eingeladen: Concertgebouw-Orchester, Berliner Philharmoniker, Münchner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Orchestre Philharmonique de Radio France, BBC Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra und NHK-Sinfonieorchester. Zudem dirigierte er an Opernhäusern wie Teatro alla Scala in Mailand, Royal Opera House in London, Opéra National de Lyon, Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt, Festival Opera in Glyndebourne und Théâtre du Châtelet in Paris. Zudem war er Erster Gastdirigent beim BBC Symphony Orchestra, dem Budapester Festival Orchester, der Ungarischen Nationalphilharmonie, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, den Göteborger Symphonikern und dem Radio Sinfonie Orchester Wien. Von 1994 bis 2004 war Péter Eötvös außerdem Chefdirigent des Radio Kammerorchesters in Hilversum. 
Péter Eötvös erhielt eine Fülle von Ehrungen und Auszeichnungen, so
•    1988: Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich)
•    1997: Bartók-Preis (Ungarn)
•    1998: Grand Prix de le Critique (Frankreich)
•    1999: Victoires de la Musique Classique et du Jazz (Frankreich)
•    2000: Echo Klassik (Deutschland)
•    2000: Preis der Christoph-und-Stephan-Kaske-Stiftung (Deutschland)
•    2001: Music Award der Royal Philharmonic Society (Großbritannien)
•    2002: Kossuth-Preis (Ungarn)
•    2002: Royal Philharmonic Society Music Award (Großbritannien)
•    2002: SACD Palmarès in der Kategorie Prix Musique (Frankreich)
•    2003: Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich)
•    2004: Cannes Classical Award in der Kategorie Best Living Composer auf der MIDEM in Cannes (Frankreich).
•    2007: Frankfurter Musikpreis
•    2008: Prix de composition musicale de la Fondation Prince Pierre de Monaco (Monaco) für das Violinkonzert Seven
•    2011: Goldener Löwe der Biennale di Venezia[6]
•    2015: Ungarischer Sankt Stephans-Orden[7]
•    2018: Goethe-Medaille
•    2020: BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Awards

„Ich bin Juror aus Dankbarkeit für die Unterstützung, die ich erfahren habe, als ich 1966 nach Deutschland kam. Ich bin gerne Juror aus gesundheitlichen Gründen; es hält mich frisch, Kontakt zu halten mit jüngeren Komponisten als ich selbst bin. Ich wähle die Kandidaten aus, weil ich sie gut kenne, oder eben, weil ich sie noch nicht gut genug kenne, aber besser kennen lernen möchte. Es ist so schön zu sehen, wie wir langsam eine große Familie bilden, in der die Mitglieder später im Leben weiterhin Kontakt behalten. Neulich schrieb mir ein Kandidat, er habe gehört, Edenkoben sei ein Luftkurort. Es ist höchstwahrscheinlich so, ich wusste es nicht. Ich kenne Edenkoben als nervenberuhigenden Weinkurort. Einen Fleck auf der Erde, wo viele Komponisten sich selbst gefunden haben.“